Es weihnachtet sehr

IMG_20141224_204736_kleiner24. Dezember. Abenddämmerung. Dialog mit Jakob: „Mama, kommt der Weihnachtsmann wirklich nach Peru? – Ja. – Und auch nach Berlin? – Ja. – Und wie kommt er bei uns ins Haus rein? – Vielleicht hat er einen Schlüssel. – Und hat er auch einen Esel wie der Nikolaus? – Nee, der hat einen Schlitten, der fliegen kann. – Wirklich? Toll!!“ Große Augen. Das Leben als 3jähriger ist zauberhaft. An Weihnachten ganz besonders.

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In diesem Jahr haben wir sämtliche Weihnachtsrituale und Familientraditionen hervorgeholt, die uns eingefallen sind. Es ist nicht das erste Mal, dass wir Weihnachten auf der Südhalbkugel feiern. Aber das erste Mal mit Kindern. Und das erste Mal als Kleinfamilie. Und nun soll es bitteschön s20141225_004652o richtig weihnachtlich sein, dunkel und kalt wie auf der Nordhalbkugel, mit Tannenzweigenduft und Marzipankartoffeln. Aber draußen sind es 25 Grad, in der Wüstenstadt Lima gibt es weder Tannen noch Marzipankartoffeln. Was tun? An den Strand fahren? Weihnachten ignorieren? Bis zum 23. sind wir unschlüssig. Dann gehen wir zum Markt und kaufen einen Plastiktannenbaum. Mit weißen Schneespitzen, P1030937wegen des authentischen Flairs. Eine Lichterkette. Hängen Papierkugeln, Knete und Bonbons an die grünen Plastikzweige, die ganz authentisch rieseln. Hören Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ rauf und runter. Für die Eltern „I’m dreaming of a White Christmas“. Machen in der Abenddämmerung einen Spaziergang in unseren Lieblingspark. Als wir zurückkommen, sind die Lichter am Tannenbaum an, es brennen Kerzen, auf dem Tisch Früchte und die Kokosnuss, die an Weihnachten nie fehlen darf, unterm Baum ein paar Geschenke. „Der Weihnachtsmann war da!!! Jippie!!!“ ruft Jakob und hüpft auf einem Bein durch die Wohnung. Später gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen und Schokoeis. Der Abend wird lang und zauberhaft. Um Mitternacht steigen Raketen in den Himmel, es knallt und funkelt. Feliz navidad, Lima hermosa.

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* Nachtrag

Den zweiten Weihnachtstag als Feiertag gibt es in Peru nicht. Ein normaler Arbeitstag also. Im Markt wird der Weihnachtsschmuck abgeräumt und die gelben Unterhosen für Silvester hervorgeholt, die man zum Jahreswechsel trägt, auf dass das Neue Jahr ein glückliches werde. Abends um 10 kommt der Handwerker, auf den wir so lange gewartet haben. Bei unseren Nachbarn blinken die Lichterketten (mit Jingle Bells Melodie in Dauerschleife) immer noch. Aber Weihnachten fühlt sich schon fern an. Wahrscheinlich fahren wir morgen an den Strand.

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