Allin Mikuy Ayllu – Gemeinschaft des gutes Essens

canasta5Wir sprechen (leider) kein Quechua. Aber drei Quechua-Worte benutzen wir sehr oft: Allin Mikuy Ayllu. Das bedeutet „Gemeinschaft des gutes Essens“. So nennt sich eine lose Gruppe von Freunden und Gleichgesinnten, die im September 2012 in Lima eine Biokiste ins Leben riefen.

Manche kennen das Konzept der Biokiste, manchmal auch Öko- oder grüne Kiste genannt: ein System des Direktvertriebs von regionalen und saisonalen Lebensmitteln aus der ökologischen Landwirtschaft. Menschen (meist) aus der Stadt bekommen ihre Kisten mit Obst und Gemüse, Milchprodukten, Getreide, manchmal auch Fleisch direkt vor die Haustür geliefert. Manche holen diese Lebensmittel auch an bestimmten Orten ab, selbstorganisiert oder in entsprechenden Läden. In Deutschland gibt es über 100 solcher Biokisten-Gruppen, dazu Dutzende von Food-Coops, einer Art Lebensmittelgenossenschaft. In Bremen, wo wir lange Zeit gewohnt haben, gibt es seit über 30 Jahren einen verwunschenen Laden namens Maiskolben, in dem Bio- und Demeterprodukte angeboten werden, wo man Ladendienste übernehmen und die Bauern im Umland besuchen kann, die die Lebensmittel produzieren.

Allen Initiativen gemein ist, dass sie die ökologische Landwirtschaft fördern wollen, auf Pestizide und Gentechnik verzichten und eine Form solidarischer Landwirtschaft unterstützen, die die lokalen Beziehungen zwischen Verbrauchern und Erzeugern stärkt. Es geht um gesunde Ernährung, aber eben auch: um mehr Gemeinschaft.

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Zurück also zur Gruppe um Allin Mikuy Ayllu. Die Freunde Luna und Pepelucho hatten im Herbst 2012 beeinander gesessen und Ideen gesponnen, inspiriert von Canastas Comunitarias („Gemeinschafts-Körben“) in Riobamba (Ecuador), Bogotá (Kolumbien) und Europa. Nach einigen Monaten der Vorbereitung fand im Februar 2013 die erste Canasta statt. 24 Familien und 11 Produzenten waren dabei, unterstützt von einem halben Dutzend Freiwilliger.

Heute sind es etwa 30 Familien, die sich einmal im Monat treffen, meist in den Räumen der Organisation PDTG (siehe Netzwerk) oder des Colegio José Antonio Encinas, einer alternativen Schule in Magdalena del Mar. Bei den Treffen geht es nicht nur um die Verteilung der Biokisten, sondern auch um den Austausch von Erfahrungen, Wissen und um ein bewusstes Erleben von Gemeinschaft. Manchmal bereitet jemand eine kleine Zeremonie für die Pachamama, die Mutter Erde, vor. Dann gehen Koka-Blätter herum, Tabakrauch wird auf rituelle Weise auf die Pflanzen gepustet, brennende Palo Santo Stäbe verbreiten einen süßlich-harzigen Geruch, der sofort an die Hochebenen der Anden denken lässt. Am Jahresende gab es einmal eine sehr berührende Runde mit guten Wünschen und Ausblicken, was bleibt, was kommt.

Auf ihrem Blog schreiben die Canasterxs, dass sie „ein Medium sein wollen für Bildung rund um Themen wie Gesundheit und Ernährung und Türen öffnen wollen zu einer Lebensform, die auf Solidarität und Harmonie mit der Natur beruht“. In diesem Sinne: Allin risuchun, que te vaya bien, möge es dir gut ergehen, liebe Canasta.

Hier gehts zum Blog der Canasta Allin Mikuy Ayllu und hier zur (aktuelleren) Facebook-Seite.

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