Präsidentschaftswahlen in Peru

_DSC1026Am 10. April wählen die Peruanerinnen und Peruaner einen neuen Präsidenten. 20 Millionen Menschen werden wählen gehen – in Peru herrscht Wahlpflicht. Zur Auswahl stehen 19 Präsidentschaftskandidaten. Unter den fünf aussichtsreichsten Kandidaten befinden sich fast ausschließlich ehemalige Präsidenten und in früheren Wahlen gescheiterte Anwärter.

Die aussichtreichsten Kandidatinnen und Kandidaten

keikoIn derzeitigen Umfragen liegt die Konservative Keiko Fujimori (40), Kandidatin der Partei Fuerza Popular, die eigens zu ihrer Unterstützung während der Wahlen 2011 gegründet worden war, mit rund 30 Prozent weit vorne. Die  Tochter des autoritären Ex-Staatschefs Alberto Fujimori trat 2011 in der Zweiten Wahlrunde gegen den amtierenden Präsideten Ollanta Humala an und verlor die Stichwahl nur knapp. Fujimori spricht sich für eine schärfere Sicherheitspolitik, die Wiedereinführung der Todesstrafe und die Liberalisierung der Wirtschaft aus. Für Kontroverse sorgte 2011 ihre Aussage, ihren Vater begnadigen zu wollen, der 2007 wegen Korruption und schweren Menschenrechtsverletzungen in seiner Amtszeit von 1990 bis 2000 zu einer jahrzehntelangen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. In den letzten Wochen gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße, um gegen die Kandidatur von Keiko Fujimori zu protestieren. Sie werfen der Kandidatin vor, Stimmen gekauft zu haben. Derzeit ermittelt die peruanische Wahlbehörde JNE in diesem Fall. In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob Fujimori im Rennen bleibt.

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Erster Protestmarsch im März gegen die Kandidatur von Keiko Fujimori, Tochter des Ex-Staatschefs Alberto Fujimori, der wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption im Gefängnis sitzt

Nach derzeitigen Prognosen folgen auf den weiteren Plätzen Pedro Pablo Kuczinsky (Peruanos por el kambio), Alfredo Barnechea (Acción Popular), Verónika Mendoza (Frente Amplio) und Alan García (Alianza Popular).

Pedro_Pablo_kuzcynski_Oficial_2013Der neoliberale Kandidat Pedro Pablo Kuczinsky ist mit seinen 78 Jahren der Polit-Dinosaurier unter den Kandidaten. Er bewarb sich bereits 2011 um das Amt des Präsidenten. Von 1980 bis 1985 war er als Energieminister sowie als Wirtschafts-, Finanz- und später Premierminister unter der Regierung Alejandro Toledos 2001 bis 2006 tätig. Er besitzt neben der peruanischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und arbeitete unter anderem für den Internationalen Währungsfond und die Weltbank. Wie Fujimori plädiert auch er für ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität sowie eine Verbesserung der Infrastruktur. Seine Partei PKK zieht vor allem Technokraten und Mittelständler an, die in den letzten Jahren vom Wirtschaftsboom profitiert haben. Kuczynski gilt als Vertreter der multinationalen Unternehmen. Bei den letzten Umfragen erhielt er zwischen 14 und 20% der Wählerstimmen.

barnecheaAlfredo Barnechea (65)  ist ehemaliger Journalist und Politologe mit sozialdemokratischer Ausrichtung. In den 1980er Jahren war er Abgeordneter für die Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA), die älteste Partei Perus. In den 1990er Jahren unterstützte Barnechea den Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa in dessen Wahlkampf um das Amt des Präsidenten. Seit zwei Jahren ist er Mitglied der Partei Acción Popular, die mitte-rechts angesiedelt ist.

veroEin Hoffnungsschimmer im Schaulauf der vornehmlich neoliberalen und rechtspopulistischen Kandidatinnen und Kandidaten ist Verónika Mendoza des linksgerichteten Parteienbündnisses Frente Amplio. Die 36-jährige Psychologin und Sozialwissenschaftlerin gilt als Verteidigerin der Rechte der indigenen Völker. Sie plädiert für die Stärkung des öffentlichen Sektors und der Arbeitnehmerrechte, die Verbesserung der öffentlichen Bildung und der Gesundheitsversorgung. Sie will den Mindestlohn von derzeit 750 auf zukünftig 1000 Soles (circa 260 Euro) erhöhen, kleine und mittlere Unternehmen stärken und gegen millionenschwere Bergbauprojekte wie Conga oder Tía María angehen, die im letzten Jahr für zahlreiche Proteste gesorgt hatten. Mendoza steht mit ihrem Programm in starkem Kontrast zu den Kursen der anderen Kandidaten, die fast durchweg für mehr Repression, mehr Einsatz von Polizei und Militär sowie eine Verschärfung des Strafrechtes bis hin zur Einführung der Todesstrafe sind.

garciaDer ehemalige sozialdemokratische Präsident Alan García, laut Prognosen zur Zeit an fünfter Stelle, war bereits zwei Mal Präsident von Peru (1985 bis 1990 und  2006 bis 2011). Seine erste Amtszeit erlangte durch Wirtschaftskrisen, Hyperinflation und einem brutalen Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung im Rahmen des bewaffneten Konfliktes von 1980 bis 2000 traurige Berühmtheit, seine zweite Amtszeit zeichnete sich unter anderem durch Bestechungsskandale, die brutale Niederschlagung von Protesten und dem gescheiterten Versuch der Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Viele Wahlversprechen von 2006, die García damals nicht eingehalten hat, nennt er heute erneut.

Von der Wahl ausgeschlossen

guzman1Der nach Umfragen lange auf Platz zwei liegende Kandidat für die Präsidentschaftswahl im April, Julio Guzmán, ist vergangene Woche von der Wahl ausgeschlossen worden. Das oberste Wahlgericht (JNE) in Peru hat die Bewerbung des liberalen Politikers und Ökonomen wegen formeller Fehler bei seiner Nominierung durch die Partei „Todos Por el Perú“ annulliert. Guzmán galt als der einzige Kandidat, der in einer eventuellen Stichwahl Keiko Fujimori hätte besiegen können. Die Partei von Guzmán kritisierte die Entscheidung scharf und kündigte an, die Kampagne fortzusetzen.

acunhaNeben der Kandidatur Guzmáns erklärte das Wahlgericht auch die Bewerbung des Populisten César Acuña für nichtig. Der Mann aus einfachen Verhältnissen, der zum Millionär und Besitzer eines Universitäts-Imperiums (Universidad César Vallejo) aufstieg und als Donald Trump Perus gilt, soll bei einer Wahlkampfveranstaltung Bargeld verteilt haben. Das ist seit Januar 2016 ausdrücklich verboten. Das Votum der Richter fiel mit 5-0 entsprechend eindeutig aus. Bei Guzmán waren sich die Richter dagegen nicht so einig (3-2 Stimmen).

Die Aussichten

congreso_peruDa der zukünftige Präsident die absolute Mehrheit der Stimmen in einem Wahlgang auf sich vereinigen muss, ist der Ausgang der Wahlen im April noch völlig ungewiss. Die absolute Mehrheit erreicht momentan keiner der Kandidaten, sodass aller Voraussicht nach mehrere Wahlgänge nötig sein werden. In der Vergangenheit hat sich bereits gezeigt, dass die vielen neoliberal-konservativen Kandidaten sich unter Umständen gegenseitig die Stimmen wegnehmen, sodass Verónika Mendoza möglicherweise eine Chance haben könnte.

Was von Ollanta Humala übrig bleibt

humala1Seit 2011 wird Peru von dem Ex-Militär Ollanta Humala (Partido Nacionalista Peruano) regiert. Er hatte die Wahl mit linksnationalistischen Parolen gewonnen, dann aber einen pragmatischen, rechts-gerichteten Kurs eingeschlagen. Die Förderung von Auslandsinvestitionen vor allem im Bergbau hat Peru ein anhaltendes Wirtschaftswachstum eingebracht, vielerorts aber zu heftigen Konflikten mit Bauern geführt, die ihre Wasser- und Landressourcen durch den boomenden Bergbau bedroht sahen. Viele PeruanerInnen sind von Humala und seiner Amtszeit enttäuscht, da er viele der damaligen Wahlversprechen nicht eingehalten hat.

Stadt ohne Wasser

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Costa Verde, Miraflores

Sommer in Lima. Fast jeden Morgen spannt sich der Himmel blau und weit über die Zehn-Millionen-Metropole am Pazifik. Das Thermometer klettert täglich auf 30 Grad.  Wir freuen uns über die Sonne, von unserem Hochhaus schauen wir hinunter in einen grünen Park, rechts hinunter funkelt der Pazifik.

Aber der Schein trügt. Lima ist eine Stadt ohne Wasser an einer Küste aus Wüstensand. Wir leben in einer Blase. In unserem Stadtviertel gibt es Wasserleitungen, wir haben meistens fließendes Wasser, im Park der Residencial San Felipe bewässern die Gärtner und Gärterinnen fast täglich den knochentrockenen Boden.

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Wüstenlandschaft bei Ica, südlich von Lima

Lima ist nach Kairo die zweittrockenste Hauptstadt der Welt. Das Nass ist hier so knapp wie an wenigen anderen Orten der Welt. Jährlich fallen nur etwa zehn Millimeter Regen. Limas Wasserversorgung hängt fast komplett vom Niederschlag in den nahen Anden ab. Regen und Schnee aus den Bergen fließen aber zum allergrößten Teil in die entgegengesetzte Richtung, ins Amazonasbecken. Lima und viele andere Städte an der peruanischen Küstenwüste bleiben auf dem Trockenen sitzen. Der Fluss Rímac, der durch Lima fließt, ist meist ein trauriges Rinnsal mit Ufern voller Müll.

Die Limeños zapfen bereits die Grundwasserreserven im Erdboden an. In den besonders regenarmen Monaten zwischen Mai und September musste das Wasser in der peruanischen Hauptstadt schon mal rationiert werden. Das könnte bald noch häufiger geschehen. Durch den Klimawandel verändern sich die Niederschläge in den Anden. Die für Lima wichtigen Flüsse könnten im Jahr 2050 etwa 13 Prozent weniger Wasser führen als heute. Und der Bedarf an Wasser wächst, da die Stadt weiter wächst. 2040 könnten es 13 Millionen Menschen sein.

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Stadt der Gegensätze: wohlhabende Küstenviertel im Hintergrund, Armenviertel an den Berghängen

Die Wasseraufbereitungsanlagen des Wasserversorgers Sedapal sollten helfen, das kostbare Nass besser zu nutzen. Die Wasserwerke holen tote Tiere und Müll aus dem Rímac und filtern die Schadstoffe aus dem Wasser, die Fabriken und Bergbau-Unternehmen am Oberlauf des Flusses ungeklärt hineinleiten. Trotzdem geht fast ein Drittel des aufbereiteten Wassers auf dem Weg zum Verbraucher verloren – wegen brüchiger Leitungen und alter Kanäle, die dem Wasserdruck in den regenreichen Monaten im Andenraum (die sonnigen Monate in Lima) nicht standhalten.

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Die Verteilung von Wasser ist ein weiteres Problem. Während in den wohlhabenden Stadtteilen an der Küste und im Zentrum der Stadt das Wasser aus den Leitungen sprudelt, die Planschbecken füllt und die Gärten begrünt, sitzen viele Bewohner Limas in den steilen Hügeln am Stadtrand auf dem Trockenen. Etwa eine Million Menschen in Lima haben überhaupt keinen Zugang zu fließendem Wasser. Sie müssen das kostbare Nass aus Tankwagen kaufen und zahlen dafür viel mehr Geld als unten im Tal. Im schicken Viertel Miraflores zum Beispiel kostet das Wasser etwa 70 bis 80 Eurocent pro Kubikmeter. In Villa María dagegen, einem bevölkerungsreichen und sehr viel ärmeren Stadtteil, müssen die Bewohner das Zehnfache zahlen. Zum Vergleich: In Deutschland kostet ein Kubikmeter Wasser im Durchschnitt etwa 1,70 Euro. Dementsprechend sparsam gehen die Armen mit dem Wasser um. Weil aber die Reichen so verschwenderisch sind, liegt der durchschnittliche Verbrauch in ganz Lima bei 240 Liter pro Kopf und Tag – und damit doppelt so hoch wie in Deutschland.

Lima hat sicherlich ein Wasserproblem. Aber es müsste nicht so drastisch sein, wenn das Wasser gerechter verteilt wäre. Es wäre genug für alle da. Aber solange in den reichen Stadtvierteln die Gärten mit Trinkwasser bewässert werden, die Wasser-Tankwagen ihr Geschäft machen mit dem Verkauf von überteuertem Wasser in den Armenvierteln und das Klima so bleibt wie es ist, sieht es knapp aus.

Zum Weiterlesen: Beiträge aus der Süddeutschen und der FAZ (mit Video)

Lass dich überraschen…

…sang Rudi Carrell vor vielen Jahren. „Schnell kann es geschehn und schon werden Wunder in Erfüllung gehn“. So gesungen, schon geschehen.

P1050670P1050698Als wir vor ein paar Wochen ein paar Sachen zusammenpacken, um das Wochenende im Sommerhaus unseres Vermieters zu verbringen (gracias Edwin!), ist es grau und kühl in der Stadt. Das Haus liegt im Fischer- und Ferienörtchen San Bartolo am Meer, nicht weit von Lima, gleiche Klimazone also. Wir denken an Nordseewetter und packen Mütze, Schal und Gummistiefel ein. Keinen Sonnenhut, keine Sonnencreme, keine Badehosen. Hätten wir mal. Denn als wir nach einer guten Stunde im wahrhaft schönen Sommerhäuschen von Edwin ankommen, lugt die Sonne durch die Wolken. Macht sich ganz breit am irgendwann ganz blauen Himmel. Wir blinzeln ungläubig nach oben. Ziehen Schicht um Schicht unserer Kleidung aus. Kaufen geschwind Sonnencreme. Eine nette Dame leiht den Kindern am Strand Strohhüte. Die Kinder buddeln Burgen. Mattes geht surfen. Eva kriegt Sommersprossen. Alle glücklich. Sommertag im Winter, schubiduuu.

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Im richtigen Sommer, also im Februar, gab es einmal an einem anderen Strand in Lima (Playa Ancón) Proteste gegen die Abschottung der Reichen an den Stränden und die Diskriminierung derjenigen, die nicht zu dieser exklusiven Gruppe von Strandhausbesitzern gehören. An öffentlichen Stränden wie in Ancón, aber auch in Asia und La Punta, wurden Schilder aufgestellt, um unliebsame Besucher fernzuhalten. Seile, Zäune, aber auch Menschenketten und Wachleute  unterteilten den Strand in verschiedene Abschnitte – einer für die reichen Anwohner, einer für den Rest. „El lugar es privado y solo para residentes“ rechtfertigen manche Besitzer der weiß getünchten Sommerresidenzen mit Meerblick dieses Vorgehen, der Strand sei privat und nur Anwohner dürften ihn nutzen. „Aber der Strand ist doch öffentlich“, sagen die anderen, wir haben genauso ein Anrecht darauf, hier zu sein.“

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Apartheid am Strand – ein Seil trennt die Gruppen. Sonnenschirme waren zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt. Ancón ist nur einer von mehr als 50 Stränden mit eingeschränktem Zugang für die Normalbevölkerung.

„Con Ollas y Sombrillas“ demonstrierte also eine Gruppe von Menschen im Hochsommer gegen die diskriminierenden Praktiken an den Stränden Limas. Töpfe (als Symbol für Essen) und Sonnenschirme deswegen, da beides am Strand verboten ist – für die gewöhnliche Bevölkerung. Die Anwohner hingegen haben Anspruch auf ihre fest installierten Palmwedel-Sonnenschirme und Liegestuhl-Service durch anliegende Clubs.

Letzen Endes geht es nicht nur um den Strand, um Sonnenschirme oder ob man Essen mitbringen darf. Es geht um tief sitzende rassistische Strukturen in Peru, um Privilegien und Machtverhältnisse, die nicht hinterfragt werden. Es geht um gesellschaftlichen Status aufgrund von Hautfarbe, um eine Gesellschaft, in der Menschen mit dunklerer Hautfarbe vor allem als Hausangestellte arbeiten, als Kindermädchen oder Kellner. Die Zeit des jahrhundertelangen Kolonialismus in Peru, des gesellschaftlich gepflegten Rassismus hat ihre Spuren hinterlassen. Zeit, etwas zu verändern.

Hier der link zu einem Artikel zu diesem Thema auf Plattform für kritische Berichterstattung aus Peru, LaMula.pe

Días felizes

Der Sommer zieht weiter auf die Nordhalbkugel, hier wird es Herbst. Manchmal wabert schon der Küstennebel garúa durch die Straßen der Stadt und verschwindet dann wieder. Noch scheint die Sonne, das liegt an El Ninho. Wir arbeiten im Red Muqui, die Kinder gehen zur Kita, nachmittags spielen wir im Park oder treffen Freunde oder fahren ans Meer. Es kommen Besuche, es werden Hochzeiten gefeiert, jeden Abend versinkt die Sonne im Pazifik. Alltag in Lima. Glückliche Tage, días felizes.

Leben in der Residencial

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Hochzeit Sandra und Roberto

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Besuch von Evas Bruder Thomas

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Angelausflug Pucusana

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Besuch von Ana und Jimena aus Huancayo

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Burbujas, Titiriteros und andere Zaubereien

P1050067xWer länger in Lima wohnt, muss zwischendurch mal Luft schnappen. Raus ans Meer oder hoch in die Berge. Liegt ja beides um die Ecke. Weil wir in letzter Zeit so viel Meeresbrise geschnuppert haben, sind wir in die Berge gefahren, nach Tornameza. Das liegt etwa 2 Stunden östlich von Lima – bei wenig Verkehr und bei guter Planung. Auf der Hinfahrt hatten wir beides nicht – die Straßen verstopft und Eva hatte ihre Infos nicht dabei, wann wir wo umsteigen müssen und wo Tornameza überhaupt liegt. So war es ein kleines Abenteuer, bis wir am 30. April spätabends – Walpurgisnacht! – in der Casa de los Titiriteros ankamen, im Haus der Puppenspieler, in einer verwunschenen Welt voller grüner Pflanzen und gurgelndem Wasser des Rímac im Hintergrund, mit duftender Pizza aus dem Lehmofen und Windspielen unterm Sternenhimmel. Die Kinder hatten die Abenteuerfahrt über geschlafen und wachten nun mit großen Augen auf. Das Künstlerkollektiv hatten uns mehrere Freunde empfohlen – gracias Agus, Beto y Pepe! – und hiermit können wir es wärmstens allen weiter empfehlen. Eine Oase voller Fantasie und Magie, voller Theater und Puppenspiel (titeres), Seifenblasen (burbujas) und Musik und warmen Worten überall. Wir haben gezeltet und morgens die Berge in der Morgensonne angeblinzelt, haben Steine bemalt und mit Schuhen jongliert und alte Freunde wiedertroffen und neue Freunde gefunden und gelacht und selbstgebackene Pizza gegessen und nachts die quietschenden Züge gehört, die auf dem Weg in die Berge auf einer riesigen Drehscheibe (Tornamesa), der ältesten in Lateinamerika sogar, in die richtige Richtung gedreht werden, bevor sie über den 4500 Meter hohen Toromocha-Pass ruckeln und irgendwann in Huancayo ankommen. Danke Sergio und Leo und alle anderen Titiriteros für diesen wunderbaren Ort! Aber schaut selbst… P1050074x P1050117x P1050115x P1050105x P1050091x P1050088x P1050079x neu P1050065x P1050060x P1050053x P1050051x P1050046x P1050034x P1050031x P1050022x P1050017xP1050043x

Im 14. Himmel

17815_10206545823191351_7900365165802904569_nAm schönsten ist es morgens um sieben. Dann scheint die Sonne durch den Morgennebel, unten die Bäume, links die Berge, rechts das Meer, wir im 14. Himmel mittendrin. Wir sind Anfang Februar umgezogen und wohnen nun in Jesús María (ja wirklich!), mitten in der Stadt, aber mitten im Grünen. Dass es so etwas gibt in Lima! Die Stadt steckt voller Überraschungen. Eine davon ist die Residencial San Felipe, wo wir nun wohnen. Die Residencial ist eine Art Wohnanlage, bei der ich anfangs an Plattenbauten in Marzahn dachte, an verkehrsumtoste Betontürme, an anonymes Wohnen, an geduckte Wohnungen, klein und dunkel. Aber als wir uns das erste Mal die Wohnung im 14. Stock anschauen, passt keins dieser Vorurteile. Die Wohnung ist riesengroß und hell, der Blick geht runter in den Park und auf den Spielplatz, bekommt Flügel, geht über die Häuser hinweg. Hier oben fühlen wir uns wie Vögel in einem kuscheligen Nest. Wir sagen dem Vermieter – Ex-Direktor des RedMuqui, ein glücklicher Zufall – sofort zu.

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Residencial San Felipe (die Türme) vor 50 Jahren

Jetzt, nach ein paar Wochen im neuen Zuhause, sehen wir: die Residencial ist ein Dorf, eine grüne Insel mitten in der großen Stadt. Die Bewohner (er)kennen sich, grüßen sich, „wie geht es den Kindern?“, Neuigkeiten werden ausgetauscht, es gibt Supermärkte, Läden, Kioske, Nachbarschaftsvereine. Mittwoch abends tanzen die Senioren auf der Plazuela Salsa. Wir haben uns gebrauchte Fahrräder gekauft und radeln manchmal abends ans Meer, den Sonnenuntergang anschauen. Vor einer Woche haben wir eine Einweihungs- und Geburtstagsparty gefeiert und alle eingeladen, die wir im letzten halben Jahr kennengelernt haben. Es kam die San Juan de Lurigancho Clique, es kamen Freunde und Bekannte aus den verschiedensten Kreisen, Arbeitskollegen, Nachbarn, sie kamen mit Krücken und mit Babys im Tragetuch. Wir haben getrunken und gelacht und getanzt. Es war wunderbar. Es ist wunderbar.

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Es weihnachtet sehr

IMG_20141224_204736_kleiner24. Dezember. Abenddämmerung. Dialog mit Jakob: „Mama, kommt der Weihnachtsmann wirklich nach Peru? – Ja. – Und auch nach Berlin? – Ja. – Und wie kommt er bei uns ins Haus rein? – Vielleicht hat er einen Schlüssel. – Und hat er auch einen Esel wie der Nikolaus? – Nee, der hat einen Schlitten, der fliegen kann. – Wirklich? Toll!!“ Große Augen. Das Leben als 3jähriger ist zauberhaft. An Weihnachten ganz besonders.

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In diesem Jahr haben wir sämtliche Weihnachtsrituale und Familientraditionen hervorgeholt, die uns eingefallen sind. Es ist nicht das erste Mal, dass wir Weihnachten auf der Südhalbkugel feiern. Aber das erste Mal mit Kindern. Und das erste Mal als Kleinfamilie. Und nun soll es bitteschön s20141225_004652o richtig weihnachtlich sein, dunkel und kalt wie auf der Nordhalbkugel, mit Tannenzweigenduft und Marzipankartoffeln. Aber draußen sind es 25 Grad, in der Wüstenstadt Lima gibt es weder Tannen noch Marzipankartoffeln. Was tun? An den Strand fahren? Weihnachten ignorieren? Bis zum 23. sind wir unschlüssig. Dann gehen wir zum Markt und kaufen einen Plastiktannenbaum. Mit weißen Schneespitzen, P1030937wegen des authentischen Flairs. Eine Lichterkette. Hängen Papierkugeln, Knete und Bonbons an die grünen Plastikzweige, die ganz authentisch rieseln. Hören Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ rauf und runter. Für die Eltern „I’m dreaming of a White Christmas“. Machen in der Abenddämmerung einen Spaziergang in unseren Lieblingspark. Als wir zurückkommen, sind die Lichter am Tannenbaum an, es brennen Kerzen, auf dem Tisch Früchte und die Kokosnuss, die an Weihnachten nie fehlen darf, unterm Baum ein paar Geschenke. „Der Weihnachtsmann war da!!! Jippie!!!“ ruft Jakob und hüpft auf einem Bein durch die Wohnung. Später gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen und Schokoeis. Der Abend wird lang und zauberhaft. Um Mitternacht steigen Raketen in den Himmel, es knallt und funkelt. Feliz navidad, Lima hermosa.

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* Nachtrag

Den zweiten Weihnachtstag als Feiertag gibt es in Peru nicht. Ein normaler Arbeitstag also. Im Markt wird der Weihnachtsschmuck abgeräumt und die gelben Unterhosen für Silvester hervorgeholt, die man zum Jahreswechsel trägt, auf dass das Neue Jahr ein glückliches werde. Abends um 10 kommt der Handwerker, auf den wir so lange gewartet haben. Bei unseren Nachbarn blinken die Lichterketten (mit Jingle Bells Melodie in Dauerschleife) immer noch. Aber Weihnachten fühlt sich schon fern an. Wahrscheinlich fahren wir morgen an den Strand.

„Lasst uns das System verändern, nicht das Klima“

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Laut und bunt mit Trommeln, Tanz und Gesang zieht der Demonstrationszug durch Lima bis zur Plaza San Martín, benannt nach dem historischen Befreier Perús. Hier soll heute aber nicht Peru, sondern die Madre Tierra – die Mutter Erde – „befreit“ werden vom Klimawandel und dem dafür verursachenden Kapitalismus. So lautet das Motto des diesjährigen Cumbre de los Pueblos (Gipfel der Völker), der Alternativgipfel zur UN-Klimakonferenz.

(zum Artikel in den Lateinamerika Nachrichten)

Der Himmel über Lima spannt sich weit und blau über die Menschenmenge. Mehr als 15.000 sind zusammengekommen, um an der Gran Marcha teilzunehmen im Zentrum der peruanischen Hauptstadt, der auf die Dringlichkeit des globalen Klimaschutzes aufmerksam machen soll. Auf Postern und Plakaten ziehen Evo Morales vorüber, Che Guevara und Maxima Chaupe (eine heldenhafte Campesina aus der Region Cajamarca, die sich der Landvertreibung durch ein Megabergbauprojekt widersetzt). “Es nuestro clima, no tu negocio – la tierra no se vende, la tierra se defende“, fordern die Teilnehmenden lautstark. Also: „Unser Klima ist nicht dein Geschäft – die Erde soll nicht verkauft, sondern verteidigt werden“. Klingt alles ziemlich stark nach Kritik an der neoliberalen Grünen Ökonomie, die auf der UN-Klimakonferenz debattiert wird.

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Eine Gruppe von Bäuerinnen aus Puno singt „Somos un río, no solo gotas“, „wir sind ein ganzer Fluss und nicht nur einzelne Tropfen“. Viele regionale Gruppen aus den Provinzen Perus sind angereist, um auf sich aufmerksam zu machen. „Wir müssen Zeichen setzen“, sagt eine junge Frau aus dem peruanischen Amazonas, „auf der offiziellen Klimakonferenz geschieht ja nichts“. Die große Stärke des Cumbre ist, dass er die vielen Stimmen der unterschiedlichen Gruppierungen, sozialen Bewegungen und NGOs bündelt. „Hier müssen wir uns vereinigen und mit einer Stimme sprechen. Nur dann können wir wirklich etwas verändern“, sagt Johanna zu mir, die aus Paris angereist ist, um heute hier zu demonstrieren. Dazwischen wir vom Red Muqui. Hier mit unseren Kollegen Edwin, Alex und Javier.

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Der Protestmarsch ist das Herzstück des viertätigen Cumbre de los Pueblos, der vom 8. bis 11. Dezember in Lima stattfand, parallel zur offiziellen UN-Klimakonferenz (COP20). Auf dem Cumbre de los Pueblos treffen sich zivilgesellschaftliche Organisationen, soziale Bewegungen und Aktivisten, um nach Alternativen zu suchen. Der Cumbre prangert das aktuelle neoliberale, auf ständiges Wachstum ausgerichtete Entwicklungsmodell an, das es als Hauptursache des Klimawandels sieht. „Cambiemos el sistema, no el clima“ lautet daher die nicht zu überhörende Parole des Cumbre. Die auf der Weltklimakonferenz diskutierten Klimaschutzstrategien des Klimawandels halten die Organisatoren des Cumbre für nicht ausreichend. Green Economy und die natürlichen Ressourcen der Erde zu privatisieren und als Waren auf den Markt zu bringen kritisieren sie als eine gefährliche Entwicklung. Die Teilnehmer_Innen fordern wirkliche Lösungen für den Klimawandel. Auf dem Cumbre werden daher konkrete Alternativen zum System des Neoliberalismus und Kapitalismus diskutiert. Themen sind unter anderem Postextraktivismus, Buen Vivir, Ernährungssouveränität und Klimagerechtigkeit.

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Perú ist eines der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder. Vor allem die mehrheitliche Landbevölkerung – Campesinos und Indígenas – spüren die Veränderungen am härtesten. „Eine ehrliche Anpassung an den Klimawandel wäre die konsequente Unterstützung der familiären Landwirtschaft und der Ernährungssouveränität“, so eine Kleinbäuerin aus der Region Ancash. In Perú zeigt sich die Regierung allerdings alles andere als unterstützend für sie. Der Bergbausektor wird gestärkt und Landrechte verwässert.

„Que Viva La Madre Tierra“. “Es lebe die Mutter Erde“, steht auf einem Schild, getragen von zwei Campesinas aus der Sierra – der Andenregion. In der andinen Lebenswelt nimmt die Pachamama, Mutter Erde, eine zentrale Rolle ein. Die Erde gibt alles, was die Menschen zum Leben brauchen, Land, Wasser, Nahrung. Auf der Agrarausstellung lassen sich die Schätze der Erde mit den Händen greifen. Verschiedenste Mais- und Quinua-Sorten, etc. Die Pachamama gilt als unantastbar. Umso härter trifft es gerade die ländliche Bevölkerung Perus, dass transnationale Unternehmen mit der Zustimmung von Regierungen das Land ausbeuten.

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„Wir sind alle hier, um für mehr Klimagerechtigkeit zu kämpfen“, sagt Marco, ein Aktivist aus Lima. Der Cumbre de los Pueblos ist wie eine bunte Tüte aus Künstlern, Bauern, Aktivisten, Idealisten, Wissenschaftlern und vielen Interessierten. T-Shirts werden bedruckt und große Fahrräder zusammengebaut. Vor einem Brunnen wird mit Reis und Früchten ein Bild von einem Baum ausgelegt. Es gibt Vorträge, Ausstellungen, Diskussionsrunden, uvm. Peru 364Peru 314Während einer Paneldiskussion spricht Lourdes Huanca, Vorsitzende der Organisation FENMUCARINAP, die für mehr Rechte der Frauen kämpft. „Der Bergbau zerstört unser Leben auf dem Land und das Leben der Frauen. Wir sind hier auf dem Cumbre, um mehr Allianzen mit anderen sozialen Bewegungen zu knüpfen“. Lourdes Huanca ist eine charismatische Frau mit rundem Gesicht, buntem Hut und funkelndem Blick, sie weiß wofür sie kämpft: „Mit Prinzipien und Überzeugung gegen die Ausbeutung unseres Landes und gegen die Kriminalisierung von sozialen Protesten“. Sie fordert mehr Rechte für Bäuerinnen, für Ernährungssouveränität und für ein würdiges Leben auf dem Lande.

Im Hintergrund skandiert eine Gruppe „Conga no va“ (wir sind gegen Conga – ein geplantes Mega- Bergbauprojekt im Norden Perus). Im Pressezelt überträgt Radio Cumbre Live-Interviews mit anwesenden Führern sozialer Bewegungen und Aktivisten. Gerade gibt Eduardo Gudynas aus Uruguay ein Interview, wie unsere Wirtschaft und Gesellschaft auch ohne Bergbau gut funktionieren könnte. Dann folgt ein Gespräch mit einer peruanischen NGO über die Gefahren des Fracking im Amazonas-Gebiet. Nebenan tippen Blogger und Presseleute in ihre Laptops, fotografieren und notieren. Dann begegne ich auf dem Gelände wieder meinem heimlichen Freund, Hugo Blanco. Der historische Führer der Bauern- und Indigenenbewegung, der in den 60er Jahre stark für eine Agrarreform gekämpft hat. Er gibt gerade ein Interview über die Unterdrückung der sozialen Bewegungen in Peru.

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Der Cumbre ist ein wichtiger Moment, um die Stimmen der Zivilgesellschaft und der sozialen Bewegungen im Land bzw. in Lateinamerika zu vereinen. Das ist nicht einfach. Denn gerade in Perú sind die sozialen Gegenbewegungen stark fragmentiert. Umso wichtiger ist es, auf diesem Cumbre starke Allianzen zu schließen und auch nach dem Cumbre sich gemeinsam für ihre Rechte und den Erhalt der Madre Tierra einzusetzen. Der Cumbre hält fest an dem Veränderungsgeist, dass eine andere Welt möglich ist. „Wir müssen auf diese eine Welt aufpassen, hoffen wir, dass die Politiker und die Wirtschaftslobbyisten das auch denken, sonst sind die Folgen der Ausbeutung und Zerstörung irgendwann nicht mehr aufzuhalten, auch nicht mit gutgemeinten Klimakonferenzen“. Bis jetzt sieht es aber leider garnicht danach aus. Denn die UN-Klimakonferenz in Lima war „kein Weckruf, sondern ein Schlafgesang für den internationalen Klimaprozess“. Umso wichtiger ist es, dass die unterschiedlichen vertretenen Gruppen, Aktivisten, und sozialen Bewegungen mit einer deutlichen Stimme sprechen. „Cambiemos el sistema, no el clima“.

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Vom Bauch des Esels und anderen Geschichten

jakob_luriganchoLima, Wüstendame am Meer. 10 Millionen Nachbarn. Beim Landeanflug erstrecken sich die Lichter unter uns bis zum Horizont. Schön sieht das aus. Tagsüber ist sehr grau, dicke Wolken und Nebel hängen über der Stadt,  „garúa“ genannt. Die Limenos, die Einwohner Limas, sprechen auch vom „grauen Bauch des Esels“. In der Tat hängt der Himmel manchmal so tief, dass man meint, ihn anfassen zu können. Aber bald wird es Sommer, dann wird Lima mit mehreren Monaten Sonnenschein und blauem Himmel belohnt.

Das sieht dann so aus:

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Die ersten Tage haben uns umgehauen: dichter Verkehr, Hochhäuser, Sand und Staub, grauer Himmel. „Lima, la horrible“. Aber man sollte Lima Zeit geben. Auf Entdeckungsreise gehen. Dann offenbart die Stadt nach und nach ihre schönen Seiten. Unsere persönlichen Highlights bisher:

  • die Menschen! Hilfsbereit, neugierig, optimistisch. „No te preocupes“ hören wir oft und gerne
  • Ceviche (Fisch) mit Aji (scharfer Soße) essen
  • San Juan de Lurigancho, Stadtteil im Norden mit knapp 2 Millionen Einwohnern. Laut, bunt, hier wohnen viele unserer Freunde
  • der Mercado los Vencedores in S.J. de Lurigancho
  • Mangos, die nach Mangos schmecken
  • Granadillas, Tunas, Chirimoya, Lucuma und andere Früchte, deren Namen wir vorher noch nie gehört haben
  • Salsa hören und tanzen
  • Cumbia-Mucke in den Minibussen und Taxifahrer als Fußballanalytiker
  • Mototaxis (sagt Jakob)
  • Parque Olivar. Tolle Kletterbäume (findet Ronja)
  • Inkacola (auf jeden! sagen Jakob und Ronja und Mattes. Eva enthält sich)
  • Surfen in Miraflores
  • Parillas (Grillabende) mit Carlos und Toni und Cusquena negra (Schwarzbier)
  • die Biokiste „Allin mikuy ayllu“ (Quechua für „gemeinsam Gutes essen“) und die Leute, die diese organisieren
  • Sonnenuntergang anschauen am Malecón
  • die Cafés Buenavista und Kulcafé
  • …y muchos más…

Wenn Peru eine Schatzkiste ist, dann ist Lima darin eine staubige Perle, die man glattpolieren muss, um sie funkeln zu sehen.

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Über die Kinder kommen wir ständig ins Gespräch mit den Leuten, sie sind Tür- und Herzensöffner. Wir fallen auf mit der hellen Haut und Haaren, die Kinder gewöhnen sich allmählich daran, ständig angesprochen zu werden, Ronja übt sich in Kusshänden und Salsa-Popowackeln. Eso!

Es ist spannend, Lima und Peru mit den Augen der Kinder zu entdecken. Jakob hat 1000 Fragen: Was heißt „Eis“ auf Spanisch? Warum sitzen in den Autos so viele Menschen? Warum darf ich sogar vorne sitzen? Wieso haben die Leute so große Hüte? Warum putzt der Mann den anderen die Schuhe? Was ist deine Arbeit, Papa? Du passt auf das Wasser in Peru auf? Das will ich auch!

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