Wilde Wasser und weite Wüsten

 

 

 

 

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Einmal Wanderlust, bitte

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Die Cousine von Eva und die Freundin ihres Cousins schreiben einen schön zu lesenden und anzuschauenden Blog namens Gretas Freunde über Freigeister, Globetrotter und Genießer guter Dinge. Im Oktober hatten sie Eva über das Reisen und Leben im Ausland interviewt und Fragen gestellt wie:

  • Wenn Peru eine Pizza wäre, was käme drauf?
  • Wonach hat sich das Land beim ersten Mal neue-Heimat-Luft-schnuppern angefühlt?
  • Was würdest Du am liebsten mit nach Hause nehmen – falls ihr irgendwann wieder nach Deutschland kommt?

Hier kommt mit ein wenig Verspätung der link zum Text „Ich bin der Wanderlust gefolgt“

Danke dafür, Tine und Sarah!

Wie wollen wir leben?

Es gab eine Zeit, da führten wir ein Kleinfamilienleben wie viele andere Menschen. Vater, Mutter, zwei Kinder, in einer kleinen Stadtwohnung. Einer studierte, eine arbeitete, wir organisierten unser Leben mit allabendlichen Absprachen, wer wann was macht, die Kinder abholt, den Babysitter anruft, wir machten täglich To-Do-Listen, wir kochten vor, wir gingen spätabends einkaufen, wenn wir eigentlich schon müde waren, oft waren wir erschöpft.

Manche Freunde von uns zogen in Wohnprojekte hinaus aufs Land, in Gemeinschaftshäuser, in große WGs. Bei manchen Projekten hatten wir Bilder von ständigen Plenums-Treffen vor Augen, Gemeinschaftskassen-Diskussionen und Konsens-Zwang. Erfahrungen aus eigenen WG-Zeiten. Wir blieben in unserer kleinen Wohnung und machten es uns dort gemütlich.

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Gemeinsames Mittagessen in der Cordillera Blanca und geselliges Taxifahren in Lima

Dann zogen wir nach Lima. Hier leben die meisten Menschen in großen Familienbünden zusammen in oft kleinen Wohnungen. Wer es sich leisten kann, auch in größeren Wohnungen. Großeltern und Eltern und Tanten und diverse Cousins und Cousinen.  Alleine zu wohnen kam uns auf einmal seltsam vor. Wir öffneten die Türen. Zuerst kamen Geschwistern und Eltern aus Deutschland, dann Freunde aus Peru, manchmal nur ein Wochenende, manchmal mehrere Wochen.

Momentan wohnen wir in unserer Wohnung mit 3 Erwachsenen und 4 Kindern. Täglich kommen Nachbarn oder Freunde vorbei, oft sitzen wir zu zehnt am Tisch.  Wir machen immer noch To-Do-Listen, wir kaufen immer noch oft spätabends ein, und die Jonglage aus Jobs, Kindern, Haushalt und Freizeit ist immer noch herausfordernd. Aber jetzt haben wir Menschen ums uns herum. Einer spielt immer mit den Kindern, singt, denkt sich Theaterstücke aus von Piraten und Feuerwehrleuten und Gärtnern. Einer kocht immer. Einer hat immer was zu erzählen. Es ist wunderbar. Und ein Gedanke setzt sich zu uns an den Tisch, der sagt: so könnte es sein. Dass sich Menschen gegenseitig mehr unterstützen. Dass Menschen zusammen wohnen. Als Großfamilie, mit Freunden, als bunter Patchworkhaufen. Viva la sociabilidad 🙂

P1070021Runde Tafel im Wendland

Im Zillertal des Regenwaldes

Blog_Peru 203Es war einmal eine Gruppe von Tirolern und Rheinländern. Die zog um 1850 nach Peru, weil sie in ihrer alten Heimat kein Auskommen mehr fand. Die österreichischen Bauern litten unter der Industrialisierung, hohen Steuern, Schulden und Hunger. Zu dieser Zeit warb die peruanische Regierung Immigranten an, um das Regenwaldgebiet zu erschließen und zu besiedeln. Eine Handelsstraße sollte dort entstehen. Die Überfahrt der Siedler im Jahr 1857 dauerte vier Monate. Der längste Teil der Reise lag jedoch noch vor ihnen. Nach Pozuzo sollten sie gehen, entschied die peruanische Regierung bei ihrer Ankunft in Lima. Der Ort liegt etwa 300 Kilometer Luftlinie von Lima entfernt in völliger Abgeschiedenheit im Berg-Regenwald. Mit dem Bus fährt man diese Strecke in 10 Stunden,  hoch in die Anden und über den 4800 Meter hohen Ticliopass. Die Siedler von damals brauchten mehr als zweieinhalb Jahre. Als sie in Cerro de Pasco (4300 Meter ü.NN) ankamen, mussten sie feststellen, dass die peruanische Regierung den versprochenen Pfad nach Pozuzo nicht gebaut hatte. Manche trennten sich daraufhin von der Gruppe und suchten ihr Glückk als Arbeiter in einer der vielen Minen. Andere blieben und bauten auf eigene Faust einen Weg durch die Wildnis nach Pozuzo.

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Von 400 Menschen, die in Lima starteten, kamen im Sommer 1859 etwa 170 in Pozuzo an. Zehn Jahre später kamen noch einmal 200 Tiroler und Bayern. Dann kam niemand mehr. Zu abgelegen ist der Ort und das Leben war anfangs bei weitem nicht so, wie es den Auswandern versprochen wurde. Es plagten sie Hunger, Krankheit und Heimweh. Aber die Siedler blieben. Einige zogen noch weiter und gründeten die Siedlungen Oxapampa und Villarica. Sie fingen an, Kühe und Schafe zu halten und Mais, Reis, Kaffee und Früchte anzubauen. Vieles in Subsistenzwirtschaft, anderes verkauften sie. Die Wege zu den Märkten waren mehrtägige und beschwerliche Fußmärsche. Eine befahrbare Straße bis Pozuzo gibt es erst seit 1976.

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Heute leben die Nachfahren der Siedler gut von der Landwirtschaft – und vom Tourismus. Vor allem Peruaner sind neugierig auf das Tiroler Dorf im Regenwald. Pozuzo bezeichnet sich stolz als die „einzige  österreichisch-deutsche Kolonie der Welt“. Folklore wird gehegt und gepflegt, wohlwollende Österreicher Vereine engagieren sich für den Erhalt des Tiroler Dialekts, der immer weniger gesprochen wird. Sie schicken Geldpakete und sorgen sich um das Wohlergehen ihrer weit entfernt lebenden Landsmänner und -frauen. Dabei geht es den Nachfahren der damaligen Siedler besser als so manch anderem Zugewanderten. Sie besitzen die bestgelegenen Ländereien an Flussufern und mit gutem Zugang zu Straßen und nutzen modernste Technologien in der Landwirtschaft. Das hat schon zu einigen Konflikten geführt. Auch das Auftauchen fremder Siedler  in einem Gebiet, das vor allem um Oxapampa herum von anderen ethnischen Gruppen wie den Asháninka oder den Yaneshas besiedelt war, verlief anfangs alles andere als reibungslos. Es gab Konflikte um Land und Lebensweisen. Mittlerweile haben sich die verschiedenen Gruppen miteinander arrangiert,  die Plurikulturalität der Region ist heute mehr Bereicherung als Belastung.

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Wir verbringen eine Woche zwischen grünen Hügeln, Kuhweiden und spitzgiebeligen Häusern in Oxapampa und staunen. Es ist eine spannende Mischung aus den verschiedensten kulturellen Einflüssen – Tiroler Folklore und deutsche Sprachwurzeln im Berg-Regenwald, indigenen Asháninka und Hochlandperuanern aus Huancayo. Die Straßen heißen Mullenbrock und Koch, die Pensionen „Frau Maria Egg“ und „Gästehaus Schmidt“. In den Gaststätten servieren die Oxampampinos Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und Würstchen. Und Bananenstrudel, weil es nun mal Bananen sind, die im Regenwald wachsen und nicht Äpfel.

Blog_Peru 013Peru 231Am peruanischen Nationalfeiertag sitzen wir in unserer rustikalen Hütte und sehen im Dorf die Feuerwerkskörper in den Himmel steigen. Zikaden zirpen, Mücken tanzen Pirouetten, die Luft ist angenehm kühl. Musik schallt herüber. „Ja das sind die Musikanten aus dem Zillertal“ jodelt die Band. „Der Anton der macht Umtata…und die Neger spieln an Samba auf und wackln mitm Bauch“. Ach du meine Güte. Zu viel Folklore kann auch doof machen. Wir sind dann lieber ins Bett gegangen.

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Lass dich überraschen…

…sang Rudi Carrell vor vielen Jahren. „Schnell kann es geschehn und schon werden Wunder in Erfüllung gehn“. So gesungen, schon geschehen.

P1050670P1050698Als wir vor ein paar Wochen ein paar Sachen zusammenpacken, um das Wochenende im Sommerhaus unseres Vermieters zu verbringen (gracias Edwin!), ist es grau und kühl in der Stadt. Das Haus liegt im Fischer- und Ferienörtchen San Bartolo am Meer, nicht weit von Lima, gleiche Klimazone also. Wir denken an Nordseewetter und packen Mütze, Schal und Gummistiefel ein. Keinen Sonnenhut, keine Sonnencreme, keine Badehosen. Hätten wir mal. Denn als wir nach einer guten Stunde im wahrhaft schönen Sommerhäuschen von Edwin ankommen, lugt die Sonne durch die Wolken. Macht sich ganz breit am irgendwann ganz blauen Himmel. Wir blinzeln ungläubig nach oben. Ziehen Schicht um Schicht unserer Kleidung aus. Kaufen geschwind Sonnencreme. Eine nette Dame leiht den Kindern am Strand Strohhüte. Die Kinder buddeln Burgen. Mattes geht surfen. Eva kriegt Sommersprossen. Alle glücklich. Sommertag im Winter, schubiduuu.

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Im richtigen Sommer, also im Februar, gab es einmal an einem anderen Strand in Lima (Playa Ancón) Proteste gegen die Abschottung der Reichen an den Stränden und die Diskriminierung derjenigen, die nicht zu dieser exklusiven Gruppe von Strandhausbesitzern gehören. An öffentlichen Stränden wie in Ancón, aber auch in Asia und La Punta, wurden Schilder aufgestellt, um unliebsame Besucher fernzuhalten. Seile, Zäune, aber auch Menschenketten und Wachleute  unterteilten den Strand in verschiedene Abschnitte – einer für die reichen Anwohner, einer für den Rest. „El lugar es privado y solo para residentes“ rechtfertigen manche Besitzer der weiß getünchten Sommerresidenzen mit Meerblick dieses Vorgehen, der Strand sei privat und nur Anwohner dürften ihn nutzen. „Aber der Strand ist doch öffentlich“, sagen die anderen, wir haben genauso ein Anrecht darauf, hier zu sein.“

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Apartheid am Strand – ein Seil trennt die Gruppen. Sonnenschirme waren zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt. Ancón ist nur einer von mehr als 50 Stränden mit eingeschränktem Zugang für die Normalbevölkerung.

„Con Ollas y Sombrillas“ demonstrierte also eine Gruppe von Menschen im Hochsommer gegen die diskriminierenden Praktiken an den Stränden Limas. Töpfe (als Symbol für Essen) und Sonnenschirme deswegen, da beides am Strand verboten ist – für die gewöhnliche Bevölkerung. Die Anwohner hingegen haben Anspruch auf ihre fest installierten Palmwedel-Sonnenschirme und Liegestuhl-Service durch anliegende Clubs.

Letzen Endes geht es nicht nur um den Strand, um Sonnenschirme oder ob man Essen mitbringen darf. Es geht um tief sitzende rassistische Strukturen in Peru, um Privilegien und Machtverhältnisse, die nicht hinterfragt werden. Es geht um gesellschaftlichen Status aufgrund von Hautfarbe, um eine Gesellschaft, in der Menschen mit dunklerer Hautfarbe vor allem als Hausangestellte arbeiten, als Kindermädchen oder Kellner. Die Zeit des jahrhundertelangen Kolonialismus in Peru, des gesellschaftlich gepflegten Rassismus hat ihre Spuren hinterlassen. Zeit, etwas zu verändern.

Hier der link zu einem Artikel zu diesem Thema auf Plattform für kritische Berichterstattung aus Peru, LaMula.pe

Burbujas, Titiriteros und andere Zaubereien

P1050067xWer länger in Lima wohnt, muss zwischendurch mal Luft schnappen. Raus ans Meer oder hoch in die Berge. Liegt ja beides um die Ecke. Weil wir in letzter Zeit so viel Meeresbrise geschnuppert haben, sind wir in die Berge gefahren, nach Tornameza. Das liegt etwa 2 Stunden östlich von Lima – bei wenig Verkehr und bei guter Planung. Auf der Hinfahrt hatten wir beides nicht – die Straßen verstopft und Eva hatte ihre Infos nicht dabei, wann wir wo umsteigen müssen und wo Tornameza überhaupt liegt. So war es ein kleines Abenteuer, bis wir am 30. April spätabends – Walpurgisnacht! – in der Casa de los Titiriteros ankamen, im Haus der Puppenspieler, in einer verwunschenen Welt voller grüner Pflanzen und gurgelndem Wasser des Rímac im Hintergrund, mit duftender Pizza aus dem Lehmofen und Windspielen unterm Sternenhimmel. Die Kinder hatten die Abenteuerfahrt über geschlafen und wachten nun mit großen Augen auf. Das Künstlerkollektiv hatten uns mehrere Freunde empfohlen – gracias Agus, Beto y Pepe! – und hiermit können wir es wärmstens allen weiter empfehlen. Eine Oase voller Fantasie und Magie, voller Theater und Puppenspiel (titeres), Seifenblasen (burbujas) und Musik und warmen Worten überall. Wir haben gezeltet und morgens die Berge in der Morgensonne angeblinzelt, haben Steine bemalt und mit Schuhen jongliert und alte Freunde wiedertroffen und neue Freunde gefunden und gelacht und selbstgebackene Pizza gegessen und nachts die quietschenden Züge gehört, die auf dem Weg in die Berge auf einer riesigen Drehscheibe (Tornamesa), der ältesten in Lateinamerika sogar, in die richtige Richtung gedreht werden, bevor sie über den 4500 Meter hohen Toromocha-Pass ruckeln und irgendwann in Huancayo ankommen. Danke Sergio und Leo und alle anderen Titiriteros für diesen wunderbaren Ort! Aber schaut selbst… P1050074x P1050117x P1050115x P1050105x P1050091x P1050088x P1050079x neu P1050065x P1050060x P1050053x P1050051x P1050046x P1050034x P1050031x P1050022x P1050017xP1050043x

Comundo-Landestreffen in Chaclacayo

Einmal im Jahr treffen sich alle cooperantes von Comundo mit ihren Projektpartnern, um über aktuelle und gemeinsame Themen zu sprechen, zu diskutieren und eine línea de base zu entwickeln, eine Art Grundhaltung zu bestimmten Themen. Dieses Treffen fand Mitte März in Chaclacayo statt, etwa 1,5 Stunden nördlich von Lima. Ein Wiedersehen mit Wuéster, Ulrika und Kori aus Huancayo, mit Pascal, Renate und ihren beiden Kindern und mit Beat aus Cusco. Und ein Kennenlernen der anderen Projektpartner. Fünf intensive Tage Seminar mit Input, Diskussionen und neu entstandenen Arbeitsgruppen. Für die Kinder (Jakob, Ronja, Ida, Rafael und Kori) fünf Tage spielen und toben mit Ana, die für die Kinderbetreuung dabei war.

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Eines der Hauptthemen beim diesjährigen Treffen war die Frage, von welcher Entwicklung wir eigentlich sprechen im Rahmen der Entwicklungs-zusammenarbeit, die wir machen. Es ging um Alternativen zum herkömmlichen Entwicklungsbegriff, um Alternativen zum Extraktivismus (exzessiver Abbau von Naturressourcen) wie er in Peru derzeit betrieben wird, um andere Weltanschauungen wie das andine Buen Vivir.

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Mattes hat mit Javier, dem Direktor des Red Muqui, einen Vortrag gehalten über Alternativen zum Extraktivismus und am Ende des Seminars hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema Buen Vivir gebildet, die bis zum nächsten Treffen im Oktober zu diesem Thema arbeiten wird.

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Hier ein sehr anschauliches Mini-Video der Böll-Stiftung/1-2-3-comics: Was ist Neoxtraktivismus?

 

 

Und am letzten Tag: große Tafel, Luftballons, Konfetti, Torte und Musik! Jakob feiert seinen 4. Geburtstag 🙂

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Don’t think about life…

…ride it! So stand es auf der Wand einer Bar in Australien, vor 14 Jahren. Einfach aufs Surfbrett schwingen, rauspaddeln, an nichts denken als an die nächste Welle.

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Die letzten Wochen waren voll mit Terminen, beruflichen Kurzreisen, Landestreffen und Kita-Eingewöhnung. Darum hat sich auf dem Blog auch länger nichts getan, ähem. Jetzt wollten wir einfach mal rauspaddeln und an nichts denken als an die nächsten Wellen. In der Semana Santa / Osterwoche haben wir uns also ein paar Tage freigenommen und sind Richtung Piura gefahren. Die Stadt selbst ist eher rau und staubig, ein wenig Wildwestromantik fegt durch die Straßen. Nördlich davon aber, bei Máncora, liegt das Piuradies…mit den besten Surfstränden Perus, Luft und Wasser sind immer warm, die Sonne scheint, Palmen wedeln im Wind, Pferde galoppieren am Wasser. Es war wunderbar. Auf der Rückreise haben wir in Huanchaco (bei Trujillo) noch ein paar Tage Halt gemacht. Auch sehr schön. Hier ein paar Eindrücke!

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Immer Sonne in Lunahuaná

P1030147Die Sonne in Lima lässt auf sich warten. Manchmal wagt sie sich ein paar Stunden hervor, dann kommt wieder die graue Wolkendecke und deckt den Himmel zu. Heute ist der 1. Januar 2015 und wir wollen raus aus der Stadt, die Sonne suchen. Auf der Panamericana Sur fahren wir Richtung Süden. Alle fahren Richtung Süden, es sindBild 077 Sommerferien, die Stadtbewohner wollen ans Meer. Die ersten Strandorte südlich von Lima tragen schöne Namen wie Punta Hermosa (schöne Spitze) oder El Silencio (die Ruhe). Ruhig ist es dort jetzt nicht, es sieht aus wie in Rimini, Sonnenschirm an Sonnenschirm und tausend badende Menschen. Am Straßenrand verkaufen fliegende Händler Wasserbälle, Schwimmreifen, Klappstühle, Sonnenschirme. Aber der Himmel ist auch hier gemütlich grau. Wir fahren weiter Richtung Süden, vorbei an Bergen aus Sand und Wüste, bis Cerro Azul. Dann biegen wir links ab und fahren ins Tal des Rio Cañete hinein. Nach zwei weiteren Stunden Fahrt sehen wir am Horizont die Berge golden leuchten. Wir sind in Catapalla, einem Dorf hinter Lunahuaná. Hier hat sich die Sonne versteckt. Hier kann man wandern, raften, reiten oder einfach nur Wein trinken und faulenzen. Hier bleiben wir.

Ein paar Eindrücke von einer Woche in den Bergen.

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Zum Weiterlesen hier ein Klimareporter-Artikel über die Wasserressourcen im Cañete-Tal.

Es weihnachtet sehr

IMG_20141224_204736_kleiner24. Dezember. Abenddämmerung. Dialog mit Jakob: „Mama, kommt der Weihnachtsmann wirklich nach Peru? – Ja. – Und auch nach Berlin? – Ja. – Und wie kommt er bei uns ins Haus rein? – Vielleicht hat er einen Schlüssel. – Und hat er auch einen Esel wie der Nikolaus? – Nee, der hat einen Schlitten, der fliegen kann. – Wirklich? Toll!!“ Große Augen. Das Leben als 3jähriger ist zauberhaft. An Weihnachten ganz besonders.

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In diesem Jahr haben wir sämtliche Weihnachtsrituale und Familientraditionen hervorgeholt, die uns eingefallen sind. Es ist nicht das erste Mal, dass wir Weihnachten auf der Südhalbkugel feiern. Aber das erste Mal mit Kindern. Und das erste Mal als Kleinfamilie. Und nun soll es bitteschön s20141225_004652o richtig weihnachtlich sein, dunkel und kalt wie auf der Nordhalbkugel, mit Tannenzweigenduft und Marzipankartoffeln. Aber draußen sind es 25 Grad, in der Wüstenstadt Lima gibt es weder Tannen noch Marzipankartoffeln. Was tun? An den Strand fahren? Weihnachten ignorieren? Bis zum 23. sind wir unschlüssig. Dann gehen wir zum Markt und kaufen einen Plastiktannenbaum. Mit weißen Schneespitzen, P1030937wegen des authentischen Flairs. Eine Lichterkette. Hängen Papierkugeln, Knete und Bonbons an die grünen Plastikzweige, die ganz authentisch rieseln. Hören Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ rauf und runter. Für die Eltern „I’m dreaming of a White Christmas“. Machen in der Abenddämmerung einen Spaziergang in unseren Lieblingspark. Als wir zurückkommen, sind die Lichter am Tannenbaum an, es brennen Kerzen, auf dem Tisch Früchte und die Kokosnuss, die an Weihnachten nie fehlen darf, unterm Baum ein paar Geschenke. „Der Weihnachtsmann war da!!! Jippie!!!“ ruft Jakob und hüpft auf einem Bein durch die Wohnung. Später gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen und Schokoeis. Der Abend wird lang und zauberhaft. Um Mitternacht steigen Raketen in den Himmel, es knallt und funkelt. Feliz navidad, Lima hermosa.

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* Nachtrag

Den zweiten Weihnachtstag als Feiertag gibt es in Peru nicht. Ein normaler Arbeitstag also. Im Markt wird der Weihnachtsschmuck abgeräumt und die gelben Unterhosen für Silvester hervorgeholt, die man zum Jahreswechsel trägt, auf dass das Neue Jahr ein glückliches werde. Abends um 10 kommt der Handwerker, auf den wir so lange gewartet haben. Bei unseren Nachbarn blinken die Lichterketten (mit Jingle Bells Melodie in Dauerschleife) immer noch. Aber Weihnachten fühlt sich schon fern an. Wahrscheinlich fahren wir morgen an den Strand.